A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
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- ttrebess Offline
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
Das Etui trägt eine Kombination aus drei Marken, die insgesamt dreimal eingeschlagen wurde: zweimal auf dem seitlichen Gehäuserand und einmal auf dem Drücker. „FB“ dürfte für Franz Bibus beziehungsweise Franz Bibus & Sohn stehen, „800“ bezeichnet den Silberfeingehalt.
Rätsel gibt mir jedoch die dritte Punze auf. Sie zeigt offenbar einen nach links blickenden Tukan, flankiert von einem „A“ links und einer „4“ rechts.
Soweit ich es bisher nachvollziehen kann, wurde die Tukan-Punze in Österreich 1922 eingeführt. Gleichzeitig wurden offenbar die Kennbuchstaben der Prüfbezirke geändert, sodass Wien fortan nicht mehr mit „A“, sondern mit „W“ gekennzeichnet wurde. Tukan-Punzen mit „W“ und anderen Bezirksbuchstaben lassen sich durch Vergleichsstücke belegen. Einen Tukan mit der Kombination „A–4“ konnte ich bislang jedoch nicht nachweisen.
Kann jemand diese spezielle A–Tukan–4-Punze zuordnen und den Verwendungszeitraum näher eingrenzen?
Soweit mir bekannt ist, wurde 1903 in Mährisch-Trübau wegen der dortigen Silberwarenproduktion eine Expositur des Punzierungsamtes eingerichtet. Diese führte die Amtskennung „A2“. Könnte das „A“ der vorliegenden Tukan-Punze möglicherweise auf diese Kontrollstelle verweisen, während die „4“ die Feingehaltsstufe für 800er Silber bezeichnet?
Für Hinweise auf Vergleichsstücke, Punzentafeln oder weiterführende Literatur wäre ich sehr dankbar.
Als Hintergrund zur Firma Franz Bibus & Sohn, zur Silberwarenproduktion in Mährisch-Trübau und zur besagt A2-Punze:
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- nux Offline
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
hattest du in der Hand oder ist es Deins?
abgesehen zuerst von dem seltsamen Tukan mit A: hier ist irgendwie mehr durcheinander. Denn Mährisch Trübau / Moravská Třebová wurde im Jahr 1919 im Vertrag von Saint-Germain der 1918 neu gegründeten Ersten Tschechoslowakischen Republik zugesprochen. Bis 1938, da änderte sich ja wieder was. Und die hatten ab 1921 eigene Punzen [Gäste sehen keine Links]
Der Tukan mit der 4 für einen Silber-Feingehalt von 800/1000 Teilen - das Punzierungsgesetz der 1. Republik Österreich beschlossen 1921 und mit der Durchführungsverordnung 1922 so eingeführt [Gäste sehen keine Links] - auf der Seite sind auch die Buchstaben für die Städte der Beschau aufgeführt; gleich wie da mit genannt [Gäste sehen keine Links]
Kein A dabei / vorgesehen. Richtig glauben kann ich es nicht, aber möglicherweise ein verbogenes H? 1939-1944 - oder ein fehlerhaftes Punzeisen aus der Anfangszeit ? oder später? weiß nicht, ob man das hier wird klären können
Die Sache mit dem A2, Beschauamt Wien Außenstelle eh nicht - weiß zum einen nicht ob das alles überhaupt stimmt, registriere mich nicht extra/lade mir deswegen da nichts runter, was eh nicht lesen kann - denn die A-Codierungen vor 1922 sind da mit aufgeführt [Gäste sehen keine Links] (oder auch an entsprechender Stelle im Gesetzestext, s. ÖNB) - da ist Mährisch Trübau nicht dabei und eine andere Stadt bei der Zahl.
Bliebe die Frage, ob dieses FB mit einer (wie/wo/wann auch immer) österreichischen Beschau dem Franz Bibus überhaupt zuzurechnen wäre - denn wäre/ist ja keine heimische Produktion dafür. Welche österreichischen Hersteller kämen in Betracht? gab ja schon auch welche mit den Initialen
Noch dazu eine deutschsprachige website zur Historie des Unternehmens, da ist auch eine tschechische Punzierung mit dabei [Gäste sehen keine Links]
dann warten wir mal, was andere hier noch dazu sagen.
Gruß
nux
- marker Offline
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
- ttrebess Offline
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
die von Dir verlinkte Website von Annette Ahrens beruft sich auf die von mir verlinkte originale Ausarbeitung zur Wiener Expositur, die ein A2 stempelte. Hier ist noch ein Link zu einem Objekt mit Dianakopfpunze und A2 Prägung, die für Mährisch-Trübau steht.
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Ich glaube, heute ist vergessen, welchen Ausstoß an versilberten und von Silberobjekten diese Region hatte - und das meiste davon wurde über Wien weiterverhandelt.
Hallo Marker,
herzlichen Dank für diese Information. Ich habe aus stilistischen Erwägungen nicht an eine solch frühe Datierung glauben können. Trotzdem denke ich, dass „FB“ für Franz Bibusch aus Mährisch Trübau steht. Dann müsste die Punze jedoch anders erklärt werden.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Etui für den Direktexport nach Österreich hergestellt und deshalb werkseitig nur „800“ und “FB“ gepunzt wurde. Erst an der Zielbehörde erhielt es den Importstempel des Einfuhrlandes (wie die Wiener Tukan-Punze A4).
- marker Offline
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
na dann weiß ich ja jetzt mehr. Herzlichen Dank dafür! Die FB-Punze lässt sich damit jedoch schlecht erklären, es sei denn, ein austriakischer Silberschmied hätte diese Punze „übernommen“.
Gruß ttrebess
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- nux Offline
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
das ist ja möglich, aber so lange ich den Inhalt der genannten Studie nicht kenne, weiß ich z.B. auch nicht, was da genau steht. Man kann das nicht nachprüfen, worauf genau sich das bezieht. Was stimmt, was evtl. nicht.
Dein Bsp. mit dem Löffel und der A2 habe ich jetzt aber doch dazu aufgegriffen - das zeigt einen (früheren) Dianakopf und ist hierfür halt nicht unbedingt relevant. Aber um das mit dem genannten Code zu verifizieren, das kann man mal belegen an dieser Stelle, hab ich jetzt nachgesehen - per 1897 wurde die Punzierungsstätte St. Pölten (seit 1807 mit der Kennung A2) aufgelassen und Wien zugewiesen [Gäste sehen keine Links]
Das dadurch frei gewordene A2 wurde tatsächlich in 1903 dann Mährisch Trübau zugeteilt [Gäste sehen keine Links]& - insofern ist dann da das FB für Bibus auch möglich und plausibel.
Aber trotzdem ist man mit dem Tukan dann in einer anderen Zeit und verwaltungstechnisch gesehen schon einem anderen Staatsgebilde, der Republik Österreich - parallel dazu der Bibus in einem anderen neuen Staat, der Republik Tschechoslowakei.
Mir ist trotz und alledem nicht klar, wie @marker auf eine/diese mögliche Übergangsregelung kommt, bei der das A mit dem Tukan kombiniert ist. Dianaköpfe u.a. Punzen und auch das A für Wien wurden ja so lange verwendet, bis das neue Punzierungsgesetz (v. 02.11.1921) und die zugehörige Durchführungsverordnung (v. 27.04.1922) zusammen in Kraft traten: am 02.05.1922 [Gäste sehen keine Links]
In der Durchführungsverordnung wurden aber die 'Bilder der Feingehaltspunzen' und die 'Amtszeichen der Punzierungsämter' erstmals veröffentlicht - nochmal der Link [Gäste sehen keine Links] - da sind gerade mal 6 Tage dazwischen.
Hab eben auch nochmal alles in beiden Texten nachgelesen - da das Gesetz aus 1921 [Gäste sehen keine Links] - es muss Inland sein, ja, was z.B. aus- oder eingeführt wurde oder auch aus Privatbesitz repunziert: dafür gab es andere Regelungen und Kennzeichnungen.
Und auch Zitat:
" § 4.
(1) Im Inlande erzeugte Gold- und Silbergeräte müssen mit den amtlich (§ 5) genehmigten Namens-oder Fabrikszeichen des Erzeugers versehen sein.
(2) Die zur Anbringung der Namens- oder Fabrikszeichen erforderlichen Stempel sind von dem zuständigen Punzierungsamte zu beziehen und beim Erlöschen des Gewerbes an dieses zurückzustellen."
d.h. der Bibus hat (oder hätte) seine jedenfalls zurückgeben müssen. Es gab in Wien übrigens sowieso mehr als einen Hersteller mit den Initialen FB. Und es kann sein, das in eben etwas späterer Zeit auch genau in diesem rechteckigen Umriss erneut vergeben - an wen anders. 'Übernehmen' konnte da keiner was. Vllt. ist das Etui stilistisch daher auch später. Mir bleibt das A nur weiterhin schleierhaft; tippe immer noch am ehesten auf einen Fehler eines Stempelschneiders, der vllt aus Gewohnheit ... aber das ist nur eine vage Idee
- abraham Offline
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau
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1930er Jahre, 900er Silber, was jedoch ins Auge springt:
An Stelle der tschechoslowakischen Länderpunze mit Dreieck und Doppelkreuz zeigt es ein Fragment der Tukan-Punze, wie passt das zu 900?
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