Antike Runddeckeltruhe aus Dänemark, bitte um Altersbestimmung
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- Waterloo Offline
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Antike Runddeckeltruhe aus Dänemark, bitte um Altersbestimmung
Hallo zusammen,
ich habe kürzlich während unseres Urlaubs in Dänemark, außerhalb der Ortschaft Hemmet in Midtjylland, in einem Trödelladen diese Runddeckeltruhe gekauft. Der Verkäufer konnte nicht viel dazu sagen, er verkaufte sie für einen Freund, bei dem die Truhe ewig auf dem Dachboden stand. Und für umgerechnet 110€ konnte ich sie dort nicht stehen lassen, da ich ohnehin eine antike Truhe gesucht habe für diverse Dokumente.
Mir ist sofort aufgefallen, dass die Truhe ungewöhnlich stark armiert ist, anders als die üblichen Bauern- und Aussteuertruhen. Die eisernen Beschläge und Nägel sind handgeschmiedet. Die Truhe läuft nach unten hin deutlich trapezförmig zu und besitzt an beiden Seiten massive eiserne Tragegriffe.
Ursprünglich war das Holz grün und die eisernen Beschläge waren schwarz gefasst. An der Front und den Seiten ist diese wohl noch originale Fassung größtenteils erhalten. Auf dem Deckel ist sie dagegen größtenteils nicht mehr vorhanden.
Die Truhe besitzt ein großes, innen aufgesetztes Kastenschloss. Zusätzlich befinden sich an der Vorderseite zwei massive, über den Deckel laufende Eisenbänder mit separaten Verschlüssen. Der Innenraum ist einfach und ohne erkennbare Unterteilungen oder Fächer ausgeführt.
Auf dem Deckel war offenbar irgendwann eine Plakette oder ein ähnlicher Beschlag angebracht. Man erkennt noch die entsprechenden Nagellöcher und den Umriss.
Meine Fragen hierzu lauten: Kann man anhand der Bauart, der Form und Ausführung der Beschläge, des Schlosses sowie sonstiger konstruktiver Details das ungefähre Alter und die Herkunft bestimmen? Lässt sich möglicherweise auch etwas zur ursprünglichen Verwendung dieser ungewöhnlich stark eisenbeschlagenen Truhe sagen?
Maße: Breite 77 cm, Höhe 42 cm und Tiefe 46 cm
Ich danke euch für eure Mithilfe und Mühe schon mal im voraus.
Viele Grüße
Michael
ich habe kürzlich während unseres Urlaubs in Dänemark, außerhalb der Ortschaft Hemmet in Midtjylland, in einem Trödelladen diese Runddeckeltruhe gekauft. Der Verkäufer konnte nicht viel dazu sagen, er verkaufte sie für einen Freund, bei dem die Truhe ewig auf dem Dachboden stand. Und für umgerechnet 110€ konnte ich sie dort nicht stehen lassen, da ich ohnehin eine antike Truhe gesucht habe für diverse Dokumente.
Mir ist sofort aufgefallen, dass die Truhe ungewöhnlich stark armiert ist, anders als die üblichen Bauern- und Aussteuertruhen. Die eisernen Beschläge und Nägel sind handgeschmiedet. Die Truhe läuft nach unten hin deutlich trapezförmig zu und besitzt an beiden Seiten massive eiserne Tragegriffe.
Ursprünglich war das Holz grün und die eisernen Beschläge waren schwarz gefasst. An der Front und den Seiten ist diese wohl noch originale Fassung größtenteils erhalten. Auf dem Deckel ist sie dagegen größtenteils nicht mehr vorhanden.
Die Truhe besitzt ein großes, innen aufgesetztes Kastenschloss. Zusätzlich befinden sich an der Vorderseite zwei massive, über den Deckel laufende Eisenbänder mit separaten Verschlüssen. Der Innenraum ist einfach und ohne erkennbare Unterteilungen oder Fächer ausgeführt.
Auf dem Deckel war offenbar irgendwann eine Plakette oder ein ähnlicher Beschlag angebracht. Man erkennt noch die entsprechenden Nagellöcher und den Umriss.
Meine Fragen hierzu lauten: Kann man anhand der Bauart, der Form und Ausführung der Beschläge, des Schlosses sowie sonstiger konstruktiver Details das ungefähre Alter und die Herkunft bestimmen? Lässt sich möglicherweise auch etwas zur ursprünglichen Verwendung dieser ungewöhnlich stark eisenbeschlagenen Truhe sagen?
Maße: Breite 77 cm, Höhe 42 cm und Tiefe 46 cm
Ich danke euch für eure Mithilfe und Mühe schon mal im voraus.
Viele Grüße
Michael
State buoni se potete
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Antike Runddeckeltruhe aus Dänemark, bitte um Altersbestimmung
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- Waterloo Offline
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- Schmidtchen Offline
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Antike Runddeckeltruhe aus Dänemark, bitte um Altersbestimmung
Da es sich um Fichtenholz handelt, müsste man ja auch ordentlich Beschläge dran machen, damit sie ordentlich was aushält.
Sie wurden ja für die Reisen verwendet und sollten nicht zerbrechen.
Deswegen auch Runddeckel. Man konnte keine andere Kiste drauf stellen.
Das Eisen besagt also nicht, über eine besondere Verwendung.
Eher darüber, dass der Besitzer sich das leisten konnte und wohl öfters reiste.
Ich würde an das 18.Jahrhundert denken, mitte bis Ende.
Gab es in Deutschland aber genauso in den Skandinavischen Ländern.
In Dänemark aber eher Buchen, Eichen und Eschenwälder.
Somit würde ich eher aus z.B. Deutschland oder Niederlande denken.
Das wird ohne weitere Informationen aber nicht zu ergründen sein.
Sie wurden ja für die Reisen verwendet und sollten nicht zerbrechen.
Deswegen auch Runddeckel. Man konnte keine andere Kiste drauf stellen.
Das Eisen besagt also nicht, über eine besondere Verwendung.
Eher darüber, dass der Besitzer sich das leisten konnte und wohl öfters reiste.
Ich würde an das 18.Jahrhundert denken, mitte bis Ende.
Gab es in Deutschland aber genauso in den Skandinavischen Ländern.
In Dänemark aber eher Buchen, Eichen und Eschenwälder.
Somit würde ich eher aus z.B. Deutschland oder Niederlande denken.
Das wird ohne weitere Informationen aber nicht zu ergründen sein.
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- nux Offline
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Antike Runddeckeltruhe aus Dänemark, bitte um Altersbestimmung
Hallo,
generell vorweg erstmal, unabhängig von regionalen und sogar engeren zeitlichen Besonderheiten: diese Beschläge als solche sind gar nicht so sonderlich ungewöhnlich. Es handelt sich schließlich recht wahrscheinlich um eine Reisetruhe, auch direkt als Koffertruhe bezeichnet, da sie eben einen Runddeckel hat (läuft der Regen ab und keiner stellt was drauf), muss mächtig was aushalten auf rumpeligen Wagen und Kutschen, auch Kähnen usw. und damit die Bretter nicht auseinander fallen: eiserne Bänder drum. Alle Ecken und Kanten beschlagen gegen Beschädigungen. Und ein kräftiges Schloss gegen lange Finger plus noch die Überfallen für uwei weitere oder auch eine Stange...
Denn Menschen gingen (woanders) 'in Stellung', in die Lehre und auf Arbeit. Händler, Diplomaten, Adelige, Verwalter u.a. mussten eh reisen. Richtig 'stark beschlagen' wurden dagegen Kriegskassen, Sold- und Kirchenkisten.
Sehen kann man das ganz allgemein an (recht häufig noch) vorkommenden Barocktruhen solcher Bauart. Häufig werden die 'nur' in die Ecke der sog. Aussteuer- oder auch Hochzeitstruhen gesteckt, nicht zuletzt wegen Beschriftungen, Wappen u.a. Kennzeichen. Vergessen wird dabei aber, dass auch die Braut oder Brautleute von A nach B kommen mussten; die Habseligkeiten über teils größere Entfernungen und wie vor beschrieben nicht gerade kommod kommen mussten. Das Beschlagwerk an deutschen Truhen - und je höher gestellt der/die EigentümerIn je mehr - oft sehr kunstvolles Schmiedwerk. Nur mal da [Gäste sehen keine Links] - oder dort [Gäste sehen keine Links]
oder dort mit dem Hinweis darauf, dass es daneben auch schlichtere noch gab [Gäste sehen keine Links]
und eben Koffertruhe [Gäste sehen keine Links]
auch in Schweden so [Gäste sehen keine Links]
Und vor den Kleiderschränken blieben auch solche Truhen dann einfach nach Reisen zur Aufbewahrung von Kleidung in Gebrauch. Truhen, welche von vorneherein zum Lagern oder Verstauen gedacht waren, hatten häufiger Flachdeckel, andere Bauformen bzw. Konstruktionsmerkmale. Wobei es klar auch dekorativ gearbeitete Möbeltruhen gab wie [Gäste sehen keine Links]
Hier jetzt die Beschläge mit den schlichten runden Enden, wie Zaunpfosten? wenn man die (sicher) älteren, mittelalterlichen oder spätgotischen flachbedeckelten Stollentruhen dazu nimmt, findet sich was Ähnliches, was ich Blütenköpfe nenne
[Gäste sehen keine Links] - oder so [Gäste sehen keine Links]
Dann: Dänemark... dort typisch sind u.a. mehr die Truhen mit jeweils außen beschlagen und dem Mittelstreifen wie [Gäste sehen keine Links] oder mehreren umlaufenden [Gäste sehen keine Links]
tja, weiß nicht - sonstiger Ostseeraum vllt. auch Polen oder weiter hoch; oder ... weiter im Binnenland wäre mir nicht so danach, aber ist nur Bauchgefühl. Kann sein auch was @Schmidtchen schrieb: Niederlande, aber da weiß ich gar nicht wie Truhen da durch die Zeit so waren..
Gruß
nux
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- Waterloo Offline
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Antike Runddeckeltruhe aus Dänemark, bitte um Altersbestimmung
Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Einschätzungen, die meine Vermutungen größtenteils bestätigen. Ich habe die Truhe, als ich sie gekauft habe, auf Mitte des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts geschätzt.
Mich interessiert vor allem die geografische Herkunft. Aber wie @Nux schon treffend geschrieben hat, waren solche Truhen viel unterwegs. Und der Erwerbsort bedeutet nicht automatisch, dass dies auch der Herkunftsort beziehungsweise das Herkunftsland ist.
Gegen eine typische Sold- oder Kriegskasse spricht meines Erachtens unter anderem, dass der bei solchen Stücken häufig anzutreffende aufwendige Schließmechanismus fehlt.
Mir gefällt die Truhe sehr gut, da sie sich deutlich von der üblicherweise angebotenen Masse an Truhen auf den einschlägigen Verkaufsportalen abhebt.
vielen Dank für eure Einschätzungen, die meine Vermutungen größtenteils bestätigen. Ich habe die Truhe, als ich sie gekauft habe, auf Mitte des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts geschätzt.
Mich interessiert vor allem die geografische Herkunft. Aber wie @Nux schon treffend geschrieben hat, waren solche Truhen viel unterwegs. Und der Erwerbsort bedeutet nicht automatisch, dass dies auch der Herkunftsort beziehungsweise das Herkunftsland ist.
Gegen eine typische Sold- oder Kriegskasse spricht meines Erachtens unter anderem, dass der bei solchen Stücken häufig anzutreffende aufwendige Schließmechanismus fehlt.
Mir gefällt die Truhe sehr gut, da sie sich deutlich von der üblicherweise angebotenen Masse an Truhen auf den einschlägigen Verkaufsportalen abhebt.
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