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Ring aus Tibet
Verfasst: Montag 21. September 2026, 18:53
von Gelöschter Benutzer 28500
Kann mir jemand mit diesem Ring weiterhelfen? Korallencabochon und viel Dreck an der Unterseite. 2 cm Durchmesser, für einen Frauenring also viel zu groß. 17 g auf meiner Waage.
Mein verstorbener Partner hat ihn vor rund 20 Jahren in Tibet oder Ladakh gekauft.

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- an meinem Mittelfinger schlottert er
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Ich danke allen, die mein Wissen erweitern.
Ring aus Tibet
Verfasst: Montag 21. September 2026, 19:22
von Chrispie74
1211fusi hat geschrieben: ↑Montag 21. September 2026, 18:53
für einen Frauenring also viel zu groß
Hallo und willkommen!
Ein schöner Ring – was genau möchtest Du denn wissen? Es kann gut ein Männerring sein, in der Himalaya-Region tragen auch Männer Schmuck (wie auch im Orient und vielen Teilen Südasiens). Ringe, ein Ohrring, Armreife sind sehr üblich, auch als Talismane, um Wohlstand zu zeigen usw., häufig mit Türkis, Koralle und in Kombination der beiden. Das genaue Alter ist schwer zu bestimmen, denke ich, da sich Stil und Handwerk nicht sehr verändert haben. Könnte m.W. also deutlich älter sein als 20 Jahre. Aber bestimmt melden sich hier noch die Schmuckexperten...
Ring aus Tibet
Verfasst: Montag 21. September 2026, 21:46
von Pontikaki
Moin Fusi, wie
@Chrispie74 bereits gesagt hat, wird es schwierig das genaue Alter des Rings
festzustellen, da sich die traditionellen Fertigungstechniken in der Region kaum verändert haben.
Gibt es Stempel auf Deinem Ring, die auf das Metall schließen lassen? Vom Anblick her, würde ich
an eine Silberlegierung denken.
Der Ringkopf und die beiden Applikationen auf der Ringschulter sind in Gusstechnik hergestellt.
Die eigentliche Ringschiene dürfte geschmiedet sein. Die Ringweite spricht dafür, daß der Ring
für eine Männerhand gefertigt wurde. Das Dekor enthält klassische Elemente wie Zopfmuster,
der Unterrand nimmt das Eierstab-Motiv auf und die Kügelchen erinnern an die Technik der
Granulation.
Bei der eingefassten, muggelig geschliffenen Koralle handelt es sich um eine Bambuskoralle
(Familie Isididae).
Das Skelett dieser (ungeschützte) Korallenart kommt in der Natur in den Farben weiß, cremefarben,
beige oder blassgelb vor und läßt sich - aufgrund ihrer porösen Struktur - leicht einfärben.
Die übliche, kräftig rote Einfärbung soll die wertvolleren Edelkorallen - wie Sardegna-Korallen - imitieren.
Leider ist diese Einfärbung, wie auch bei Deinem Ring zu sehen, nicht besonders lichtbeständig,
und aus dem einstmals kräftigen Rot, wird im Laufe der Jahre ein bräunliches Orangerot.
Ich zeige hier Fotos eines solchen Bambuskorallenastes, der an der linken Seite dem Sonnenlicht
stärker ausgesetzt war und entsprechen verblasst ist:

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1211fusi hat geschrieben: ↑Montag 21. September 2026, 18:53
Korallencabochon und viel Dreck an der Unterseite
Was Du damit meinst, ist mir nicht klar. Kannst Du das bitte zeigen?
Ring aus Tibet
Verfasst: Dienstag 22. September 2026, 14:55
von Pontikaki
Moin Fusi, Dein Ring ist mir nochmal durch den Kopf gegangen und ich möchte
Dich bitten, den Ring auch noch in der direkten Draufsicht, in weiteren Seiten-
Ansichten und auch von unten zu fotografieren. Möglicherweise läßt sich an
Merkmalen dort, doch noch was zum Alter des Rings herauslesen. Bis dann.........
Edit: Fast vergessen - bitte die Aufnahmen auf glattem, weißem Untergrund, ohne Blitz knipsen.
Ring aus Tibet
Verfasst: Donnerstag 24. September 2026, 17:52
von Gelöschter Benutzer 28500
Liebe Marion und liebe/lieber Chriespie74,
vielen herzlichen Dank für eure umfassenden Antworten.
Zu deiner Frage Marion: mit Dreck meine ich, dass der Ring auf der Unterseite sehr schmutzig ist!
Soweit ich das sehe, hat der Ring keine Punzen.
Neue Fotos habe ich angefügt. Ich habe den Ring in grobes Salz gebettet, damit er nicht umkippt und ein 20 Cent Stück zum Größenvergleich daneben gelegt.
Ich hoffe, es hilft dir/euch weiter.

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Ring aus Tibet
Verfasst: Donnerstag 24. September 2026, 18:44
von nux
Hallo,
nur eine Überlegung dazu, weil die Herkunft u.U. auch eine andere sein könnte. Selbst wenn der Ring gekauft wurde wo geschrieben
für das fachlich versierte Auge evtl. was zum Vergleich hinsichtlich der Machart [Gäste sehen keine Links]
hier fehlt zwar das zentrale Element, aber [Gäste sehen keine Links]
Gruß
nux
Ring aus Tibet
Verfasst: Donnerstag 24. September 2026, 21:18
von Pontikaki
Tjaa, schwierig zu erkennen wo das wirkliche Herstellungsland gewesen sein könnte.
Mit gutem Instinkt zeigt
@nux mit ihrem link in welche Richtung die Reise zum
Ursprung auch gehen könnte und das "fachlich versierte Auge"

kann das nur bestätigen.
Allerdings gibt's ebenso Ringe aus der Himalaya-Region, die ganz ähnliche Stilelemente
erkennen lassen:
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Was mir an der Unterseite Deines Ringes auffällt, ist diese schwarze Masse in der die Ringschiene
zu versinken scheint und es sieht aus, als hätte sie keine gelötete Verbindung zum Ringkopf, sondern
wäre durch eine Art Kitt mit dem Kopf verbunden.
Kannst Du mal versuchen mit einem nadelartigen Werkzeug in diese Masse zu pieksen. Wenn es sich
tatsächlich um festgesetzten Schmutz handelt, dann ließe der sich leicht "rauspröckeln". Wenn es sich
um Kitt handelt, würde die Nadelspitze nur unwesentlich eindringen.
PS,: Super Idee mit dem Salz zur Fixierung.
Ring aus Tibet
Verfasst: Freitag 25. September 2026, 03:06
von Chrispie74
Die Ringe aus dem Jemen hatte ich auch gesehen, wobei ja wirklich viele das Element in der Mitte haben. Wie in Marions erstem von den drei Links findet man zugleich gerade den hier gezeigten Ring (bzw. sehr ähnliche) anscheinend häufiger nach Tibet verortet:
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Da dieser Ring hier auch in der Region gekauft wurde, ist es, denke ich, also recht wahrscheinlich, dass hier Tibet/Himalaya als Herkunft passt. Aber die Ähnlichkeit ist schon interessant, auch teilweise zu Berberschmuck...
Ring aus Tibet
Verfasst: Donnerstag 1. Oktober 2026, 19:22
von Gelöschter Benutzer 28500
Hallo allerseits,
ich habe gekratzt, Marion, es ist Dreck. Mit Wasser und Seife ginge er wahrscheinlich weg, aber wegen der Koralle traue ich mich nicht.
Und der Ring ist definitiv aus Tibet. Ich war auf der Reise dabei. Ich weiß nur nicht mehr sicher, wo zwischen Ladakh, Zanskar und Tibet Peter den Ring gekauft hat. Er hat noch mehr gekauft.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die lokale Bevölkerung im Himalaya Ringe aus Nordafrika oder dem Jemen hat.
Kann mir jemand von euch einen seriösen Händler/Händlerin nennen, der/dem ich den Ring zum Kauf anbieten könnte?
Liebe Grüße
Sabine
P.S. Zum Thema Korallen: ich habe gerade im Buch "Fischer, Perel, Walrosszahn. Das Meer im Mittelalter" von Nikolas Jaspert den sehr spannenden und informativen Abschnitt über "Korallen" als Handelswaren im MA gelesen.
Ring aus Tibet
Verfasst: Samstag 3. Oktober 2026, 17:03
von Pontikaki
1211fusi hat geschrieben: ↑Donnerstag 1. Oktober 2026, 19:22
Mit Wasser und Seife ginge er wahrscheinlich weg, aber wegen der Koralle traue ich mich nicht.
Moin Sabine, also das brauchst Du keine Bedenken zu haben - mit Wasser sind Korallen
ja gut vertraut und mit warmem Spüli-Wasser und einer alten Zahnbürste kannst Du keinen
Schaden anrichten.
1211fusi hat geschrieben: ↑Donnerstag 1. Oktober 2026, 19:22
seriösen Händler/Händlerin nennen, der/dem ich den Ring zum Kauf anbieten könnte?
Wenn Du keinen Spezialisten für gebrauchten Ethno-Schmuck in Deiner Umgebung hast,
der auch eine Altersbestimmung vornehmen kann, wird das schwierig.
Oder Du könntest Dir bei den Angeboten auf etsy einen Händler aussuchen und anfragen, ob sie
auch ankaufen:
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Wir hatten hier auch eine Kennerin dieses Sachgebietes, vielleicht liest sie hier noch mit,
oder ich kann versuchen, sie herbeizuzaubern: Hallo @el tesoro
Ring aus Tibet
Verfasst: Sonntag 4. Oktober 2026, 09:28
von Gelöschter Benutzer 28500
Merci
Ring aus Tibet
Verfasst: Sonntag 4. Oktober 2026, 10:39
von Heinrich Butschal
1211fusi hat geschrieben: ↑Donnerstag 1. Oktober 2026, 19:22
Hallo allerseits,
ich habe gekratzt, Marion, es ist Dreck. Mit Wasser und Seife ginge er wahrscheinlich weg, aber wegen der Koralle traue ich mich nicht.
Und der Ring ist definitiv aus Tibet. Ich war auf der Reise dabei. Ich weiß nur nicht mehr sicher, wo zwischen Ladakh, Zanskar und Tibet Peter den Ring gekauft hat. Er hat noch mehr gekauft.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die lokale Bevölkerung im Himalaya Ringe aus Nordafrika oder dem Jemen hat.
Kann mir jemand von euch einen seriösen Händler/Händlerin nennen, der/dem ich den Ring zum Kauf anbieten könnte?
Liebe Grüße
Sabine
P.S. Zum Thema Korallen: ich habe gerade im Buch "Fischer, Perel, Walrosszahn. Das Meer im Mittelalter" von Nikolas Jaspert den sehr spannenden und informativen Abschnitt über "Korallen" als Handelswaren im MA gelesen.
Wenn die Lokale Bevölkerung keinen Handel mit Händlern aus der Mittelmeerregion hätte, würde sie auch keine Koralle zum verarbeiten haben. Irgendwo müssen sie ja die Koralle her haben, vielleicht auch dann die fertigen Ringe oder vielleicht auch mal solche gesehen haben und dann nach dem Vorbild gefertigt. Das Silber könnte aus regionalen Fundorten stammen.
Gibt es in Tibet Korallen? Vielleicht auch aus geologisch früheren Zeiten?
Ring aus Tibet
Verfasst: Sonntag 4. Oktober 2026, 12:58
von Pontikaki
Heinrich Butschal hat geschrieben: ↑Sonntag 4. Oktober 2026, 10:39
Gibt es in Tibet Korallen?
Ja, die gibt es - zwar nicht vor Ort, sie kamen aber über die alten Handelswege (Seidenstrasse) dorthin:
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Interessant bei diesem Video ist, daß dort (ca. 0:10 min) unter der Hutkrempe der Tracht,
ganz ähnliche Ringe - auf einem Strang aufgezogen - getragen werden:
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Heinrich Butschal hat geschrieben: ↑Sonntag 4. Oktober 2026, 10:39
Vielleicht auch aus geologisch früheren Zeiten?
Ja, die gibt's auch. Vor über 50 Millionen Jahren existierte an der Stelle des heutigen Himalaya-Gebirges
und des tibetischen Plateaus ein riesiger, warmer Urzeitozean namens Tethys-Meer.
Aus diesem Grund finden Geologen heute auf über 4.000 bis 5.000 Metern Höhe (teilweise sogar in
Höhen von bis zu 5.500 Metern wie in Ladakh oder Teilen Tibets) fossile Überreste von Meeresbewohnern
– darunter Ammoniten, Muscheln, urzeitliche Wale und eben auch fossile, versteinerte Korallenriffe aus
dem Paläozoikum und Mesozoikum.
Aber ihr Aussehen ist völlig anders:
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Ring aus Tibet
Verfasst: Sonntag 4. Oktober 2026, 15:27
von Heinrich Butschal
Dann muss es wohl der Handel gewesen sein der die Korallen oder den ganzen Korallenring zum Juwelier gebracht hatte.
Ring aus Tibet
Verfasst: Sonntag 4. Oktober 2026, 15:52
von Pontikaki
Heinrich Butschal hat geschrieben: ↑Sonntag 4. Oktober 2026, 15:27
den ganzen Korallenring zum Juwelier gebracht hatte.
Heinrich, Du sprichst mit fremder Zunge - was meinst Du damit?
Ring aus Tibet
Verfasst: Sonntag 4. Oktober 2026, 16:12
von Heinrich Butschal
Ich meine damit den Verkäufer (Juwelier) bei dem der Vater der Anfragenden den Korallenring in Tibet gekauft hat. Irgendwie muss ja die Koralle und der Ring zu dem Händler nach Tibet gekommen sein. Du hast ja schon die Seidenstraße als Handelsroute angesprochen.
Ring aus Tibet
Verfasst: Sonntag 4. Oktober 2026, 16:22
von nux
Heinrich Butschal hat geschrieben: ↑Sonntag 4. Oktober 2026, 10:39
Wenn die Lokale Bevölkerung keinen Handel mit Händlern aus der Mittelmeerregion hätte, würde sie auch keine Koralle zum verarbeiten haben. Irgendwo müssen sie ja die Koralle her haben, vielleicht auch dann die fertigen Ringe oder vielleicht auch mal solche gesehen haben und dann nach dem Vorbild gefertigt. Das Silber könnte aus regionalen Fundorten stammen.
genau das ist noch eines der fehlenden Glieder in der Kette; das Erwerbsort nicht gleich Fertigungsregion sein muss. Oder 'Zutaten' woanders her kamen; indischer oder noch östlichere Ozeane kämen auch noch als Herkunft für solche Meerestier-Skelette in Frage. Wichtiger wäre daher: Silber oder nicht? bzw. welcher Gehalt? denn - nur mal um bei dem Bsp. zu bleiben - im Jemen und auch durch andere Nomadenstämme wurden meist Silbermünzen (durchaus europäischer Herkunft) als Rohstoff verwendet und mit Kupfer legiert zu irgendwo im Bereich 800-850/1000 Teilen Feingehalt für die Fertigung von Schmuck verwendet.
In Tibet hingegen: eher tatsächlich sog. Tibet-Silber in Gebrauch mit wenn einem recht geringen Silberanteil
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Tipp: wer die arte Doku zu Silber in China mal gesehen hat („Pures Silber. Oder: Wie China zur Weltmacht wurde“ - sehr empfehlenswert) weiß, dass auch 'die' kaum selber welches hatten und sich aus südamerikanischen Quellen dann versorgten.
Die Sache, dass das keine Korallen-Fossilien sind, wurde ja schon erklärt. Ob man in der Größenordnung, bei unklarem Material und einem solchen Zustand den Handel involvieren sollte - der / die ja auch noch was und gerne nicht wenig dran verdienen möchte: weiß nicht so recht. Da spielen glaub die Wunschvorstellungspreise auf div. Plattformen, was da zu erzielen wäre zu stark rein