Teelöffel aus massiven Silber (Frankreich) 19.Jahrhundert
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- Ohiticawin Offline
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Teelöffel aus massiven Silber (Frankreich) 19.Jahrhundert
hier jetzt nochmal der kleine CHANOZ Löffel, diesmal in einem eigenen Thread.
Es ist der ganz rechte kleine Löffel auf den beiden Bildern Unklar ist mit vor allem die Meisterpunze
Übersicht über die drei Punzen:
Punze 1 (ich sehe ein GL mit einem Stern und Strahlen weggehen)
- Ohiticawin Offline
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Teelöffel aus massiven Silber (Frankreich) 19.Jahrhundert
Punze 3 (ich sehe wieder den Kopf, Minerva?) was mir noch auffällt ist das Loch über den Punzen. Ist das was? Ich kann darin aber nichts erkennen Lieben Dank im Voraus für Eure Mühen!
-
- nux Offline
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Teelöffel aus massiven Silber (Frankreich) 19.Jahrhundert
ja prima, da hatte ich auch schon drauf gespickt, bevor die anderen mache. Was schon hatten, kommt hier nochmal zuerst
- der Hahn waagerecht nach rechts mit 1 = Paris 1809-1819 und steht ebenfalls für den 1. Gehalt von 950/1000 Teilen Silber [Gäste sehen keine Links]
- Garantiepunze für mittelgroße Objekte ein 'alter' Minervakopf (ohne Bürste auf dem Helm) nach rechts blickend, verwendet in Paris 1809-1819
- die Meistermarke in einer senkrecht stehenden Raute mit CL, un Soleil levant et une étoile ::: einer Sonne und einem Stern = gehören einem Pariser Meister mit dem wundervollen Namen Cincinnatus Lorillon, aktiv 1815-1830. Er soll eben Löffelmacher gewesen sein und auch andere kleine Arbeiten gefertigt haben. Er war nach folgender Quelle möglicherweise der Vater oder aber zumindest verwandt mit anderen Lorillons im Gold- und Silberschmiede-Sektor, die aber insbesondere in der Fingerhut-Anfertigung glänzten - wer Spaß daran hat kann auch selber noch lesen [Gäste sehen keine Links]
Und - da erwähnt ja u.a. Pierre-Benoît Lorillon, Paris, aktiv 1788-1810 mit PBL avec soleil levant (aufgehende Sonne) - wiederum der Vater zu Cincinnatus anzunehmen: den hatten wir mit eben Hahn 1 und Minerva-Garantie ja auch schon im Hauptthema (wo genau weiß ich nicht mehr, finde nur meine Wiederholung) viewtopic.php?t=38474&start=8
Dort auf einem kleinen Silberbecher das MZ des Cincinnatus Lorillon besser zu erkennen ( neben späterem Vieillard ab 1819) [Gäste sehen keine Links]
Damit kann man für diesen kleinen Löffel eine Entstehungszeit zwischen 1815 und 1819 annehmen.
Und nun noch das kleine Extra - das wird ein Poinçon de recense oder aber contremarque sein - kann man wieder da (grob) nachsehen in eben 1809-1819 [Gäste sehen keine Links]
da hier ja schon klar ist, dass der Löffel aus Paris ist und dort punziert wurde, auch mit der Garantie für mittelgroße arbeiten: kann eigentlich nur 'das rechte Ohr' sein
in folgendem ausführlichen Artikel auch mit abgebildet und erläutert, aber recht vorsichtig, im Text stimmt da nicht alles so ganz [Gäste sehen keine Links] - diese Zusatzpunzen hatten zwei verschiedene Funktionen (und daher eben auch Bezeichnungen), da sie auch zur Nachpunzierung von älteren Stücken vor 1789 entstanden verwendet wurden, als Bestätigung der Konformität mit neuen Regularien. Hier aber ist der Zeitraum klar und kam neu drauf. Recense-Punzen generell (so wie ich das verstanden habe) sind sog. Erfassungspunzen, die entweder nach Änderungen am Punzen-System, aber auch in anderen Fällen bei Überprüfung von Beständen bei Goldschmieden und Juwelieren (sogar ihren persönlichen Sachen) zum Einsatz kommen konnten, als 'nachgeprüft und für ok befunden' sozusagen. Wurde nicht angewendet bei Edelmetallobjekten in anderem Privatbesitz oder in Pfandleihhäusern. Und durfte nicht benutzt werden, wenn die ursprünglichen Feingehalts- u./o Garantiepunzen unkenntlich geworden, abgenutzt oder korrumpiert waren. Dann war eine 'normale' kpl. Prüfung mit neuem Feingehaltsstempel erforderlich; erfolgte das nicht, war i.d.R. Einschmelzen Pflicht.
Da kommt man hier aber schon in Feinheiten rein ... kannst ja den großen PBL mit Sonne Löffel auch noch genau auf eine recense-Punze ansehen; da könnte es ein liegende Oval mit Kopf drin sein
...
Etwas Ergänzung zum Hintergrund der Punzen-Köppe vllt. auch für Mitleser: diese römische Göttin Minerva, bei den Griechen Athene [Gäste sehen keine Links] - gibt es in zahlreichen Darstellungen [Gäste sehen keine Links]
u.a. mehrere verschiedene Helmformen, mit denen sie dargestellt ist/sind wurden auch in Silberpunzen benutzt wurden sind dabei. Hier in dieser Garantiepunze der schlichte mit den Augen wie da [Gäste sehen keine Links]
aber auch: die Sache mit dem eher sage mal über-begrifflich griechischen Helm wie da [Gäste sehen keine Links] - da sind oder dort [Gäste sehen keine Links] - das sit dann auch eher mit Athena verbunden. Aber in FR war man nunmal schon so an die römische Dame gewöhnt, dass auch die späteren Feingehaltspunzen eben so hieß - der Kopf mit dem 'Bürstenhelm' ab 1873 bis heute mit einigen Veränderungen im Lauf der Zeit noch in Gebrauch [Gäste sehen keine Links]
Und: es gab und gibt einen Minerva-Kopf mit einfachem Helm - im Zuge der zwar übergriffigen, aber tw. gemeinsamen Geschichte dorthin gelangt - in einem weiteren Land, den Niederlanden. Nämlich - dort nach links blickend - als Marke des jeweiligen Beschauamtes; da im Helm eingetragen dann der jeweilige Code-Buchstabe [Gäste sehen keine Links] - daher Einsteiger aufgepasst auf diese Verwechslungsmöglichkeit beim ersten Ansehen
Gruß
nux
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