AnnetteK hat geschrieben: ↑Donnerstag 28. Mai 2026, 22:31
Ist auf dem verlinkten Bild auch so
Genau!
AnnetteK hat geschrieben: ↑Donnerstag 28. Mai 2026, 20:46
Diese Vermutung des Fälschers als größtem Kenner,(ist auch das nach machen als Zeichen der Bewunderung drin) finde ich zu glorifizierend. Fälschungen richten eine Menge Schaden an.
Das sind aber zwei verschiedene Kategorien: Ein erfolgreicher Fälscher
muss sein Sujet extrem gut kennen, damit er auch Experten wie etwa Kunsthistoriker täuschen kann. Er braucht dafür vielleicht nicht unbedingt Bewunderung für die Künstler zu haben, wohl aber einen praktischen Respekt vor ihrer Arbeit, um sich nicht nur ihre Technik, sondern auch ihr "Denken" anzueignen. Das kann man als Befund, deskriptiv, feststellen. Dass hierdurch Schaden angerichtet wird und solches Handeln daher moralisch zu verurteilen ist, ist ein wichtiger Punkt, aber als normatives Problem eben anders gelagert.
Fragen von Urheberschaft, Kreativität, Originalität usw. finde ich deshalb so interessant, weil sie kulturgeschichtlichen Veränderungen unterliegen (im Mittelalter z.B. hatte man da ganz andere Ideen), und weil sie letztlich definieren, was wir in unserer Gesellschaft überhaupt als "Kunst" gelten lassen, woraus sich all die anderen Faktoren ("Wert" – sowohl materiell als auch ideell –, möglicher Schaden usw.) ergeben. Nun aber genug des Theoretisierens, das gehört ja wirklich eigentlich nicht direkt zum Thread...
