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Westerwälder Humpen Krug alt Zinnmontur Bäcker ?

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Westerwälder Humpen Krug alt Zinnmontur Bäcker ?

Beitrag von nostalgiker »

Hallo Annette,

Oooh ja, Du hast sehr recht 🙈
Vielen Dank

Sorry
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Beitrag von AnnetteK »

Wieso sorry,
es ist einfach zu heiß momentan, da passiert sowas.
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Westerwälder Humpen Krug alt Zinnmontur Bäcker ?

Beitrag von nux »

nostalgiker hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 19:13 ob das so ist daß der "Meister" sich mit Monogramm auf dem Deckel kenntlich machte.
nein, nicht doch - das ist mit ziemlicher Sicherheit die Besitzerkennung, die Zinnstempel innen zeigen dessen Initialen sowie entweder 'sein Logo' mit oder aber vereinigt mit einer Stadtmarke - das weiß man hier nicht so genau.

Übrigens sind Jahreszahlen in Zinnstempeln keine (genaue) Datierung des Zinns auf dem sie sind. Sie stehen im Kontext mit dem Meister, meist das Jahr in dem er einer wurde oder auch Bürger irgendwo, in eine Zunft an anderem Ort aufgenommen, sowas . Sie geben (aber/nur) einen ersten Anhaltspunkt wo in der Zeit man überhaupt /ungefähr ist.

Marken auf Zinn sind auf weiten Strecken basisch strukturell durchaus vergleichbar mit alten Silberpunzen o.a. Handwerkszeichen: es gab Innungen,Gilden oder Zünfte. Vorschriften und Regularien, Handwerksordnungen, Proben, Prüfungen und Materialien, geregelte Ausbildungen. Das war je nach Hoheitsgebiet unterschiedlich, aber man findet aber z.B. genau so Stadtmarken und Meisterzeichen. Teils von oben verordnet, teils von den Vereinigungen selbst geschaffen - eine einzige Literaturquelle (aus 1896 übrigens) zu den Innungen in Dresden bietet eine solche Fülle an Daten & Informationen, als einem oft lieb ist und man kann locker mehr als einige Stunden Zeitreise machen, selbst wenn nur gröblich liest. Und auch was über die Kannengiesser eben dort am Ort lerne'dun kann [Gäste sehen keine Links]

Und doch gibt es mehr als einen Unterschied; Zinnstempel sind teils noch etwas komplexer und vor allem vielgestaltiger, mit mehr Symbolen zusätzlich als nur den (oft genau so wappenbasierten) Herkunfts-Marken. Im Forum gibt es ja auch öfter mal den Hinweis auf 'den alten Hintze' ein vormals Standardwerk und in nicht kleinen Teilen immer noch durchaus nützlich. Zumindest für einen Anfang, für Anfänger, oder zum besseren Verständnis/verstehen, wie sich das eben bei Zinn verhält [Gäste sehen keine Links] da nimm nicht den ersten Band sondern den 4., mach den auf und klick dann im Inhaltsverzeichnis auf Register der Marken... nur mal so zum Blättern für Eindrücke

Nachdem altes Zinn nach den in jeder Hinsicht Auswüchsen der 1960-80er Jahre ab dann danach kaum noch Sammelgebiet in der Breite ist, geht da meiner Schätzung nach x-fach mehr an Kenntnissen verloren und Objekten ans Recycling, als bei Silber an Erkenntnissen gewonnen wird oder eingeschmolzen. Je mehr Stücke verschwinden, desto mehr Marken - bekannte und auch bisher noch unbekannte oder unerforschte. Denn forschen tut ja kaum einer noch auf dem Gebiet so wirklich, also konzentriert. Die Frage ist eben: interessiert es eigentlich überhaupt noch irgendwen oder ist das wenn eh nur akademisch. Denn was nicht gesammelt, gekauft wird verliert seinen Wert bis aufs Material. Und im Umkehrschluss: wozu was sammeln, sich damit befassen, wenn da keine Handelswerte mehr dabei sind. Klar gibt weiterhin Liebhaber, aber das reicht nicht mehr aus. In UK, den Niederlanden und Belgien z.B. da gibt es noch aktive und nicht ganz kleine Vereinigungen, aber in DE ?

Zinndeckel auf Kannen und Krügen hatten da weiterhin noch die etwas besseren Überlebenschancen als Zeugen ihrer Zeit und Hersteller. Da aber das Sammeln von Bierkrügen nicht zuletzt genau so durch Wendezeit und Zeitenwenden und ebenfalls durch die massenhaften Nachahmungen und auch Fälschungen sich auch großflächig irgendwie überlebt zu haben scheint... krasseste Wertverluste erlebte, die besseren Sachen ins Ausland abflossen - tja, bekommst Du ein Ü 200 Jahre altes Teil auf'm Floh statt im Auktionshaus.
Das Kannenbäcker-Handwerk gibt es zwar noch und Steinzeug wird weiter traditionell und auch modern(isiert) gefertigt - wird aber teilweise auch weniger.

Was ich meinte, mit mir nicht einig sei, ist auch, wenn ich z.B. was nicht sicher kenne oder teils andere Erinnerungen/Bilder im Kopf, auch vermutend mich nicht äußern mag, sowas... hier der Krug selbst kam mir evtl. sogar noch etwas älter vor als die Deckelgravur 1803, aber ... und er sieht so bräunlich-rosa aus und fragte mich ob Sonnenuntergang oder drinnen fotografiert bzw. warum nicht grau
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Beitrag von nostalgiker »

AnnetteK hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 22:37 zu heiß momentan, da passiert sowas.
Danke für die Nachsicht (ich tät eher sagen selbst zu flüchtig gelesen)
Wenn's die Temperaturen wären, gäb es schlimmere Ver-was weiß-ich..

Dem bin ich etwas zuvor gekommen (habe gestern, das mir nahe Fenster mit Rettungsdecke (Folie) von außen abgeklebt, funktioniert (hier im mom 29°C)..

..... und nein kein Bier😉, sondern Kaff und viel Mineralwasser

Grüße in den Norden
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Beitrag von nostalgiker »

nux hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 22:38nicht doch
doch, auf Deine wirklich aufschlussreiche Antwort werde ich gerne morgen antworten, Dankeschön jetzt schon mal.
Allerbeste Grüße
Stefan
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Beitrag von AnnetteK »

Ja Stefan
nux hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 22:38warum nicht grau
liegt es nur am Foto?
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Beitrag von Sammelvirus »

AnnetteK hat geschrieben: Montag 22. Juni 2026, 19:04 Moin Stefan,
kurz schaute ich ins Keramikmuseum Westerwald.
So viele Humpen.
[Gäste sehen keine Links]
Da wurde wohl in allen Jahrhunderten viel getrunken?
Man darf auch nicht vergessen, dass früher Trinkwasser keinesfalls in der Qualität wie heute "einfach" aus der Leitung kam und daher oft Bier (mit einem wesentlich geringerem Alkoholgehalt als heute) getrunken wurde. Der Alkohol hat vorhandene Keime abgetötet und es gab sogar die Empfehlung Kleinkindern lieber Bier als (potentiell verunreinigtes) Wasser zu trinken zu geben. Die hohe Sterblichkeit kam nicht von ungefähr...
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Beitrag von nostalgiker »

Hallo, alle Beteiligten und ja
nux hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 22:38 nein, nicht doch - das ist mit ziemlicher Sicherheit die Besitzerkennung
ok, und Danke, daß ist die Auflösung einer meiner (schusseligen) Fragen.
nux hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 22:38 Verständnis/verstehen, wie sich das eben bei Zinn verhält
genau dazu hast Du hier (wieder mal) sehr beigetragen.
Den etwas tieferen Einblick in, hier nur ein 'Sammelgebiet' zu erlangen, alleine DAS ist mir schon eine Freude.
Das (An-)Sammeln alter Dinge pflege ich seit langer Zeit schon, und durch (ma könnte schon sagen exzessives) Flohmärkte "abgrasen" passierts dann schon hin und wieder dass was Bemerkenswertes auftaucht. (oft schon hörte ich die Frage : "was willst de denn mit dem aahle Gelärsch ") ...na Und ? mir macht's hald e Freud.
Im Ernst, oft kommt's vor daß Zeug -zum täglichen Benutzen- in meinen Haushalt einfließt. - so siehts hier bei mir auch aus 😊 Auch geht Einiges wieder raus, im Tausch mit Anderen "Freaks", Oder öfters auch als Geschenk zu irgend einem Anlass bei Freunden, so habe ich selten die Problematik : "was könnte ma ihm/Ihr mitbringen".
nux hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 22:38 - tja, bekommst Du ein Ü 200 Jahre altes Teil auf'm Floh statt im Auktionshaus.
das hier hätte niemals den (vlt. möglichen) Weg in ein Auktionshaus gefunden ! Die hätten es nach Marktende weggeworfen. So habe ich manchmal schon ein kleines Gefühl von "Retter" - letztlich Bewahrer. Derart Glück wie hier mit dem Krug habe ich seltener, meistens machen sie sich -wenigstens- per Bild-Suche 'schlau' und dann geht's wenn überhaupt nur noch mit Verhandlungsgeschick oder über Konvoluts-Preis.

Voll abgeschweift, sorry,
nux hat geschrieben: Dienstag 23. Juni 2026, 22:38 ... und er sieht so bräunlich-rosa aus und fragte mich ob Sonnenuntergang oder drinnen fotografiert bzw. warum nicht grau
ja, drinnen fotografiert, und der Krug hat schon nen 'bräunlich-rosa' Stich, scheint eher jahrelang in einem Raucherzimmer gestanden zu haben (fühlt sich leicht babbisch an).

Vielleicht findet sich noch weiteres an Rechercheergebniss (auch für die angesprochene 'Forschung')

herzlichen Dank
Gruß Stefan
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