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gudrund hat geschrieben: ↑Freitag 29. Mai 2026, 12:09
Und wie viele Gemälde dort sind wissenschaftlich untersucht und z.B. durch Art recognition gejagt?
Die hat doch da auch nur irgendwann mal ein "Experte" für echt erklärt.
Den Verweis [Gäste sehen keine Links]
hatte ich nur eingefügt weil dort viele Bilder vom Alexander sind, da können schneller Vergleiche gefunden werden,
es schauten ja mehrere nach den Gläsern und den Tischen.
Chrispie74 hat geschrieben: ↑Freitag 29. Mai 2026, 01:13
Fragen von Urheberschaft, Kreativität, Originalität usw. finde ich deshalb so interessant, weil sie kulturgeschichtlichen Veränderungen unterliegen (im Mittelalter z.B. hatte man da ganz andere Ideen), und weil sie letztlich definieren, was wir in unserer Gesellschaft überhaupt als "Kunst" gelten lassen, woraus sich all die anderen Faktoren ("Wert" – sowohl materiell als auch ideell –, möglicher Schaden usw.) ergeben. Nun aber genug des Theoretisierens, das gehört ja wirklich eigentlich nicht direkt zum Thread...
Das ist auch ganz spannend,
die Ansichten was etwas wert ist, und wie sich das ändert.
Z.Zt ändert sich da wieder eine Menge, weil sehr viel umsonst online zu finden ist.
Munter wird kopiert und die KIs holen sich die Kenntnisse auch überall her,
Momentan bei Musik ein grosses Thema.
Danke für's Einrichten dieses Threads, Annette! Das Terra X von Joanne schaue ich mir gleich mal an.
Ich find halt interessant, wie sehr das Kunstobjekt selbst an die Urheber-Person geknüpft ist. Es geht uns nicht allein um die ästhetische Wirkung oder die tiefere Bedeutung, sondern um die Originalität des Schöpfers. Wir sehen nicht allein beeindruckende Sonnenblumen, sondern zugleich "einen van Gogh" .usw. ...
Das geht ja in beide Richtungen: Einerseits verliert das "Kunstwerk" eines Fälschers den Status als Kunst sofort nach der Aufdeckung, obwohl es vorher noch alle als Meisterwerk bestaunt und interpretiert haben, gleichzeitig gewinnt ein Bild in jeder Hinsicht an Wert, das vorher halt irgendein unbedeutendes Werk war, sobald es einem großen Künstler zugeschrieben wird.
Was ich mich bei dem Beltracchi frage: Der ist ja jetzt ernsthafter Künstler und verkauft sich wohl auch ganz gut. Aber kaufen die Sammler ihn, weil seine Bilder für sie gute Kunst sind oder weil er der berühmte Fälscher war?
Auch wenn es moralisch verwerflich ist, fasziniert mich tatsächlich teilweise, wie gute Fälscher mit den Markt-Mechanismen spielen und auch die Gier der Sammler und Museen und die Eitelkeiten der Experten psychologisch einkalkulieren. Das fand ich bei Beltracchi schon erstaunlich, wie gekonnt er diese Dynamiken bedient hat.
Ein Fall, der indirekt die Kunst betraf, war der gefälschte Galilei (eine Original-Ausgabe des des Sidereus Nuntius), auf den der sehr renommierte Kunsthistoriker Horst Bredekamp hereinfiel. Den fand ich auch vielfacher Hinsicht spannend. Der Fälscher hatte z.B. bei seiner "Arbeit" Bredekamps Forschung zu Galilei benutzt und auf seinen Hypothesen zu Galileis Kunstauffassung aufgebaut. Der Bredekamp als Wissenschaftler war begeistert, dass sich seine Überzeugungen endlich belegen zu lassen schienen und war deshalb wohl so anfällig für den Schwindel... Wen die Story interessiert, es gab dazu eine Doku auf Arte: [Gäste sehen keine Links]
Chrispie74 hat geschrieben: ↑Samstag 30. Mai 2026, 01:09
gute Kunst sind oder weil er der berühmte Fälscher war?
Er ist auch ein guter Selbstdarsteller und dann kommt noch das Anrüchige dazu.
Ein schönes Bild ist nur ein schönes Bild. Mit Hintergrundgeschichte dazu wird es auch noch interessant.
Auch ein gutes Gesprächsthema. Wenn Gäste zu Besuch sind und die Unterhaltung stockt zeigst du aufs Gemälde "ratet mal wer das gemalt hat."
Den Film habe ich mir eben angeguckt.
Der Fälscher ist genauso breitbeinig wie seine Malerkollegen. Interviews mit denen enden meistens mit
"Ha ha, die Museen sind immer noch voll mit meinen Fälschungen, die findet keiner"
und er erzählt halt, dass er als nächstes den Mann reinlegen wird der ihn enttarnte.
Ich finde das fürchterlich, diese stolzen Auftritte.
Hier etwas zum hören, über die Giacometti Fälschungen [Gäste sehen keine Links]
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Für Leser, die komplexe Gesellschafts-Thriller lieben, in denen die Spuren eines Verbrechens Jahrzehnte zurückreichen. HALDENFEUER ist eine Geschichte über alte Schuld, die über Generationen gärt, erzählt mit kühler Präzision und einem unbarmherzigen Sog.
Begleiten Sie Frank Köhler, Meike Elif Demir und Ben Brenner auf
dieser Jagd, die in Dortmund beginnt. Aber seien Sie gewarnt: Wenn man zu tief in
die Abgründe blickt, blicken die Abgründe auch zurück.
Euer Ralph (rup)