Hallo zusammen,
ich denke, dass der Verweis auf das 17. Jahrhundert als Vorbild schon richtig ist, (auch wenn das von der KY stammt..), zumindest werden hier solche Bilder bzw. Motive und/oder Figuren paraphrasiert. Bei Rembrandt & Co (und wohl auch hier) sind diese alten Männer häufig als Orientalen oder konkret als Juden gekennzeichnet. Damals aber nicht verunglimpfend oder weil modisch, sondern weil im Kontext biblischer Szenen erforderlich. Da ging es um die Glaubwürdigkeit der Darstellung und war so viel ich weiß bei Rembrandt durchaus sachlichz neutral bis wertschätzend. Bei Nachahmern war das dann wohl nicht mehr unbedingt der Fall.
Vielleicht könnte man sich darüber streiten, aber zumindest bei Nr. 3 ist doch der Schabbes-Deckel relativ deutlich, auch diese Art Turban von Nr. 1 weisen die Figuren als Juden aus, als fiktive, evtl. alttestamentarische freilich. Auch physiognomisch sind hier doch Stereotype im Spiel, - auch wenn das vor dem Hintergrund zahlreicher anderer krass verunglimpfender Darstellungen hier noch relativ verhalten ist.
(Es gibt da ziemlich viel zu, ein bisschen zum Blättern mal hier, auch wenn das meiste 19. Jahrhundert ist:
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Schnell zu finden ist ja dieser Rembrandt-Nachahmer Christian Wilhelm Ernst Dietrich (1712-74) von dem viele solcher "Charakterköpfe" erhalten sind, das war in der Zeit dann wohl doch en vogue. Aber da gibt es, meine ich, dann wiederum einen Qualitätsunterschied ui den hier gezeigten..
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(dieser evtl. von anderer Hand:
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Auf den Lupen-Fotos wirk es ja schon wie eine gemalte Farb-Struktur inkl. der starken (vielleicht nicht unbeabsichtigten?) Frühschwundrisse; das kannst du aber am Original besser oder eigentlich nur dort überhaupt wirklich beurteilen. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich um Werke eines Nachahmers (eines Nachahmers..

) handelt, quasi. Möglicherweise gibt oder gab es aber konkrete Vorbilder (von C.W.E Dietrich?), die ich allerdings nicht gefunden habe. Zeitlich ist das auch schwierig. Populär waren solche Motive und generell Bilder à la irgendwie Rembrandt, denke ich, wiederum in der 2. Hälfte des 19. .. aber...??
Grüße, thal
(Zum Oberthema gibt es z. Zeit auch eine Ausstellung in Boston:
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(Überschnitten, aber sei's drum..

)