Moin in die Runde,
Gudrund hat ja bereits vorgelegt.
gudrund hat geschrieben: ↑Sonntag 12. April 2026, 12:37
Es gibt ja nun Werksverzeichnisse, da kann man schon die Angaben vergleichen....
Genauere Angaben auch hier (z.B. Größe der Platte, Größe des Bildes, Größe des Blattes):
[Gäste sehen keine Links]
Ich würde im Kontext dieser Radierung allerdings die Aufmerksamkeit noch darauf lenken wollen, dass diese auch (neben weiteren von bspw. Edvard Munch) als Beigabe bei einem durchaus nicht seltenen Buch enthalten war, nämlich „Die Kunst des Radierens“ von Hermann Struck - verlegt bei Paul Cassirer in Berlin und erschienen in mehreren Auflagen. Hier einmal die vierte:
[Gäste sehen keine Links]
Wenn man einmal schaut, wird dieses Buch alleine in der Bucht gerade mehrfach angeboten.
Zumindest in der dritten und vierten Auflage war diese Radierung enthalten und zwar mit einem davor geklebten bedruckten Seidenpapier, das die Aufschrift trug:
„Max Liebermann
Amsterdamer Judengasse
Originalradierung“
Hier sehr gut zu sehen:
[Gäste sehen keine Links]
(Preis würde ich mal ignorieren - man kann das gesamte Buch teilweise günstiger kaufen…)
Entsprechend würde ich aber Schmidtchens Aussage
Schmidtchen hat geschrieben: ↑Sonntag 12. April 2026, 11:26
Original Radierung bedeutet, dass diese auch vom Künstler selbst ist und nicht Extern in Lizens massenhaft gedruckt und vertrieben.
gerne etwas diskontieren wollen. Meiner Erfahrung nach wird der Begriff „Originalradierung“ im Kunsthandel in der Regel verwendet, wenn es sich um einen Abzug von der (Original)Platte handelt - im Gegensatz zu einer Reproduktion im Wege anderer Vervielfältigungsverfahren.
Ich würde daher beim vorliegenden Beispiel auch eher annehmen wollen, dass es sich um ein Exemplar aus dem o.a. Buch handelt, bei dem jemand nachträglich (vom Seidenpapier) das Wort „Originalradierung“ übernommen hat. Wenn das der Fall sein sollte, dürfte es sich aber wohl auch eher nicht um eine originale Unterschrift handeln. Das kann mit abschließender Sicherheit aber nur ein/e Experte/in sagen. In dem Kontext wäre vielleicht noch die Provenienz spannend. Ist das Bild schon über mehrere Generationen in der Familie - möglicherweise bereits aus der Entstehungszeit der Radierung - oder kam es erst zu einem späteren Zeitpunkt da hin, bspw. über irgendeinen Weg, der eine etwaige Verfälschung begünstigt hat (Flohmarkt etc.)?
In jedem Fall erscheint es zumindest wahrscheinlicher, dass es sich um diese in mutmaßlich mehreren tausend Exemplaren erstellte Beilage handelt, als um den direkten Künstlerabzug (unabhängig davon, ob dieser jetzt initial in einer Auflage von 20 oder 30 erstellt wurde - siehe die Ausführungen auf der Seite der Hamburger Kunsthalle).